{"id":1178,"date":"2020-07-06T18:00:19","date_gmt":"2020-07-06T16:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/traumbeute.de\/gelb-und-gruen"},"modified":"2022-12-31T09:28:11","modified_gmt":"2022-12-31T08:28:11","slug":"gelb-und-gruen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/traumbeute.de\/es\/gelb-und-gruen","title":{"rendered":"Amarillo y verde"},"content":{"rendered":"\n<p>Lamentablemente, a\u00fan no se dispone de traducci\u00f3n. Estamos trabajando en ello.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>03.04.2020<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sehr geehrte Traumdeuter,<\/p>\n\n\n\n<p>haben Sie Dank f\u00fcr eine Einladung, die anzunehmen mir tats\u00e4chlich gestattet ist, bedarf es doch daf\u00fcr nicht des Aufenthaltes in einem gemeinsamen Raum. Nicht? Doch, nat\u00fcrlich! Er\u00f6ffnet mein Traum doch einen Raum, den ich mit Ihnen, die (oder: der) Sie ihn lesen werden, teile. In diesem Sinne: Hereinspaziert!<\/p>\n\n\n\n<p>In freudiger Erwartung<\/p>\n\n\n\n<p>M<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Traum: Gelb und Gr\u00fcn<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Tja, da sitze ich nun. Allein. Und f\u00fchle mich seltsam zur\u00fcckgelassen, obwohl ich es doch bin, die zur\u00fcckgeblieben ist, freiwillig, als der Zug sich wieder in Bewegung setzt. Ich erinnere mich nicht mehr genau, ob ich die Notbremse zieh oder ob mein Impuls, die Bremse zu ziehen, mit dem pl\u00f6tzlichen Halt des Zuges zusammenf\u00e4llt. Letztendlich spielt das wohl auch keine Rolle mehr. Der Zug steht still, auf offener Strecke.<\/p>\n\n\n\n<p>Und ich \u00fcbergebe den Koffer, den ich die Reise \u00fcber mit mir f\u00fchre und der unterwegs immer schwerer wird. In dem Moment, als der Zug mit einem f\u00fchlbaren Ruck stehenbleibt, schaue ich aus dem Fenster und sehe eine Gestalt \u00fcber das weite gelbe Feld gehen. Auf den Zug zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie n\u00e4hert sich mit dem Tempo eines Spazierg\u00e4ngers, stetig aber ohne Hast. Doch geschieht ihre Ann\u00e4herung seltsam sprungartig. Jeder meiner Wimpernschl\u00e4ge bringt sie ein St\u00fcck n\u00e4her an den Zug, ohne dass ich die Linie ihrer Bewegung verfolgen kann. Solange ich hinschaut, bewegt sie sich. W\u00e4hrend der Dauer jeder meiner Wimpernschl\u00e4ge jedoch muss jeweils eine ungeheure Beschleunigung stattfinden. Und so treffen wir aufeinander just in dem Moment, in dem ich auf der hinteren offenen Plattform des Zuges stehe, bereit zum Absprung.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch im Moment des Sprunges reiche ich ihm den Koffer und nehme vage sein Nicken wahr. Ja, er wird nun ins Abteil gehen, den Koffer erneut auf die Ablage \u00fcber den Sitzen legen, sich auf den Platz am Fenster setzen, der bis vor wenigen Momenten der meine gewesen ist. Nun wird er ihr gegen\u00fcber sitzen. Und an meiner statt die Reise mit ihr fortsetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Allein auf weiter Flur. Die Stoppeln des abgeernteten Getreides stechen in meine Fesseln. Ich h\u00f6re den Zug noch anfahren, dann verschwindet er hinter einer Kurve, die bis gerade eben nicht dort gewesen ist. Unversehens finde ich mich wieder, allein, zu Hause. Die Hitze jedoch, der ich habe entkommen wollen, ist mit mir gekommen. Das habe ich nicht bedacht, als ich so unbedacht abgesprungen bin. Dieser Hitze entkommt man nicht. Zumindest nicht so.<\/p>\n\n\n\n<p>Da sind wir also: die Hitze und ich. Ich und die Hitze. Die Hitze in mir und ich in der Hitze. Und belauern uns. Denn ein Entkommen gibt es nicht. Auch die Nacht bringt keine Abk\u00fchlung. Die Hitze kriecht mit unter das Laken, in die Tr\u00e4ume. Irgendwann ergebe ich mich, lasse mich \u00fcberfluten, von dem, was dem Element des Wassers so fern ist. Und springe kopf\u00fcber in die, wie ich hoffe, k\u00fchlen Fluten der Theorie.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die Buchstabensuppe erweist sich nicht als die ersehnte Kaltschale. Aus allen D\u00fcsen dieses intellektuellen Whirlpools feuern die D\u00fcsen hei\u00dfe Str\u00f6me. Umhergewirbelt im Strudel des Kaumverstehens kommen die Fragen an die Oberfl\u00e4che: Wo sind die beiden nun? Noch im Zug? An welcher Station werden sie aussteigen, wohin gehen? Wo machen sie Quartier? Wie sieht es dort aus? Und: Was tun und sprechen sie?<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00fcnsche tauchen ungebeten auf: der, mich erneut auf die Reise zu begeben. Ihnen nachzureisen. Vielleicht gibt es ja dort noch ein freies Zimmer f\u00fcr mich? Vielleicht freuen sie sich \u00fcber Besuch?<\/p>\n\n\n\n<p>Zwiesprache habe ich gehalten mit meinem Schutzengel. Gesagt hat sie nichts. Aber mehr wie ein Puck, denn wie ein Engel ausgesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun sitze ich vor meinen Koffern und versuche, die richtige Wahl zu treffen. Den alten oder den neuen? Den mit dem vielen Inhalt oder den leeren? Ich w\u00e4hle den leeren. Darin ist viel Platz f\u00fcr Neues \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Nachts gehe ich los, den glockenf\u00f6rmigen Strohhut fest auf den Kopf gedr\u00fcckt. Sein rotes Band flattert in einer pl\u00f6tzlichen Briese. Die Rollen des Koffers durchbrechen schmerzhaft die n\u00e4chtliche Stille.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann bin ich da. Wieder eine weite flache Ebene. Blau ist die Komplement\u00e4rfarbe zu Gelb, denke ich. Blau, ein fast nachtschwarzes Blau erstreckt sich um mich herum bis \u2013 nein, einen Horizont gibt es hier nicht. Auch kein Oben und Unten, Rechts oder Links. Nur die Ausrichtung meines K\u00f6rpers in diesem dunklen Blau bestimmt eine Richtung.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor mir ein schimmernder Schlieren. Die gl\u00e4serne Karussellt\u00fcr dreht sich mit rasender Geschwindigkeit um ihre Mittelachse. Nur die Achse f\u00e4ngt von irgendwo Licht auf und reflektiert es auf die gl\u00e4sernen Fl\u00fcgel. Blau in Blau. Wohinein f\u00fchrt diese T\u00fcr? Erkennen kann ich nichts. Nur sie, die T\u00fcr. Bevor mich der Drehschwindel vollst\u00e4ndig ausf\u00fcllen kann, werfe ich den Koffer aufs Geratewohl hinein in die schwirrenden Fl\u00fcgel \u2013 und hechte ihm nach. Nur, um im fast demselben Augenblick wieder dort zu landen, wo ich gerade noch abgesprungen bin, der Koffer folgt mir einen Wimpernschlag sp\u00e4ter.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine H\u00e4nde greifen nach der Strohkappe, wollen sie fester auf den Kopf dr\u00fccken. Doch im Flug haben sich die roten B\u00e4nder unter meinem Kinn zu einer gro\u00dfen Schleife verknotet. Rotk\u00e4ppchen. Und der Wolf? Aus den T\u00fcrfl\u00fcgeln heraus lehnt eine Gestalt ihren Oberk\u00f6rper. Ein Schopf schwarzer Haare \u00fcber wei\u00dfem Gesicht. Die linke Hand ausstreckend, wedelt er zu mir her\u00fcber. Und dreht sich mit der T\u00fcr. Sie m\u00fcsste ihn doch k\u00f6pfen, denke ich verwundert, oder in der Mitte entzweien? Sein Mund \u00f6ffnet sich und mit jeder Drehung dringt ein Wort zu mir: DU. MUSST. NUR. WOLLEN.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Zorn ist kalt, eiskalt und blau. Einmal zu oft, dieser Satz. Doch dieses Mal mache ich nicht kehrt, der Zorn befl\u00fcgelt mich und zieht mich im rechten Moment durch die T\u00fcr auf die andere Seite. Seite von was? Egal. Innen, ja, jetzt gibt es ein Innen, riecht es staubig \u2013 und alt. Die Rezeption liegt verwaist in der Halle. Sonst nichts. Aus der Klingel auf dem Tresen dringt nur ein Knirschen. Ich gehe weiter ins Irgendwo. Ein langer Flur, rechts und links T\u00fcren, alle geschlossen. Mein Koffer gleitet sanft hinter mir her, nur ab und an ein seltsames Rucken meiner Hand am Koffergriff.<\/p>\n\n\n\n<p>Unvermittelt \u00f6ffnet sich links neben mir eine der T\u00fcren, ein alter Mann schlurft auf den Flur. Im Lichtschimmer sehe ich zur\u00fcckgestriegeltes gelbes Haar, eine blaue ausgeleierte Hose h\u00e4ngt ihm auf den d\u00fcrren H\u00fcften. Im Vorbeischlurfen zieht er sie hoch bis unter die Achseln, wendet sich zu mir um, winkt einladend mit einer knochigen Hand. Die T\u00fcr f\u00e4llt wieder ins Schloss, der Lichtschimmer erlischt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich folge den schlurfenden Schritten und dem leisen Gebrummel: Wir haben auch einen Swimming Pool, im Keller. Mein klappriger F\u00fchrer geleitet mich bis zu einer gro\u00dfen Faltt\u00fcr, \u00f6ffnet diese und schiebt sie \u00fcberraschend beh\u00e4nde zu beiden Seiten an die W\u00e4nde. Vor mir \u00f6ffnet sich ein ger\u00e4umiger Saal, an seiner L\u00e4ngsseite eine Fensterfront vom Boden bis zur Decke. Graues Licht dringt herein. Und ich erkenne: ein Speisesaal. Auf den vielen eingedeckten Tischen stehen vergilbte Stoffservietten, zu Bischofsm\u00fctzen gefaltet. Br\u00fcchige Bestecktaschen aus verblichenem hellgelbem Bast liegen neben den schweren wei\u00dfen Tellern und milchig-stumpfen Gl\u00e4sern.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Alte deutet auf einen der Tische. Ich verstehe: Hier soll ich mich setzten und warten. Warten worauf? Auf wen? Sind die beiden hier? Werden sie kommen und mich begr\u00fc\u00dfen? Ich setze mich, den Koffer neben mir. An seinen R\u00e4dern klebt etwas. Noch im Hinunterbeugen schrecke ich zur\u00fcck. Das sind Beine. D\u00fcnne haarige Insektenbeine. Daher also das seltsame Rucken meiner Hand am Koffergriff. Aber sie stehen starr. Ich kann wieder atmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Warten also. Alles scheint stillzustehen. Es ist leise, sehr leise. So leise, dass das Pfeifen in meinen Ohren bald meinen gesamten K\u00f6rper ausf\u00fcllt. Was will ich hier? Will ich wirklich hier sein?<\/p>\n\n\n\n<p>Noch im Aufwachen h\u00f6re ich meinen Schrei. Nein!<\/p>\n\n\n\n<p>Heute morgen steht mein Koffer, neu wie gestern, im Flur. Als ich ihn \u00f6ffne, sehe ich, ich habe nichts eingepackt au\u00dfer dem Wunsch: dazuzugeh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Deutungen. Interpretationen. Assoziationen. Durcharbeitungen. Spuren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/traumbeute.de\/traumstation-gelb-und-gruen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutung der Traumstation<\/a> vom 06.04.2020<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.psychoanalyse-zuerich.ch\/missinglink\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Podcast der Traumstation<\/a> (Traum 31) mit gelesenem Traum \u00ab<a href=\"http:\/\/traumbeute.de\/hotel-abgrund\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hotel Abgrund<\/a>\u00bb und Deutungsgespr\u00e4ch dazu, das auch auf Traum \u00abGelb und Gr\u00fcn\u00bb Bezug nimmt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lamentablemente, a\u00fan no se dispone de traducci\u00f3n. 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