{"id":1199,"date":"2020-07-06T18:00:35","date_gmt":"2020-07-06T16:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/traumbeute.de\/hotel-abgrund"},"modified":"2022-12-31T10:16:32","modified_gmt":"2022-12-31T09:16:32","slug":"hotel-abgrund","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/traumbeute.de\/es\/hotel-abgrund","title":{"rendered":"Hotel Abismo"},"content":{"rendered":"\n<p>Lamentablemente, a\u00fan no se dispone de traducci\u00f3n. Estamos trabajando en ello.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>10.04.2020<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Guten Morgen Traumstation,<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre mit Spannung erwartete <a href=\"http:\/\/traumbeute.de\/traumstation-gelb-und-gruen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutung<\/a> habe ich mit Genuss gelesen. Gehe ich recht in der Annahme, es sind Ihrer mehr als nur eine(r), die\/der hier deutend, schreibend, m\u00e4andernd sich durch meinen Traum treiben lie\u00dfen? Ganz herzlichen Dank!<\/p>\n\n\n\n<p>Und: Wie sch\u00f6n, dass die Traumstation weiter ge\u00f6ffnet ist! Ich fasse Ihren Satz \u201ealso vielleicht ergibt sich wieder eine Gelegenheit\u201c deshalb gern als Einladung auf, Ihnen erneut einen Traum zuzuschicken. Bei diesem zweiten Traum handelt es sich, Sie werden es unschwer erkennen, um eine Fortsetzung des <a href=\"http:\/\/traumbeute.de\/gelb-und-gruen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Traums 25<\/a>. Diesen Traum \u201e<a href=\"http:\/\/traumbeute.de\/gelb-und-gruen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gelb und Gr\u00fcn<\/a>\u201c habe ich damals, es mag zwei Jahre her sein, an eine gute Freundin, die \u201esie\u201c in meinem Traum, geschickt &#8211; die noch am selben Tag darauf antwortete. Ihre Antwort ist die Fortsetzung meines Traum: Sie tagtr\u00e4umte ihn weiter, schrieb ihn um, wechselte die Perspektive. Ich wiederum literarisierte ihn, begab mich erneut auf die Reise.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcrde mich sehr freuen, beg\u00e4ben Sie sich erneut mit mir\/mit uns, mit Koffer oder ohne, mit Geschenken oder frank und frei, in die R\u00e4ume meines\/unseres Traums &#8211; und deuteten ihn, den Traum vom \u201eHotel Abgrund\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Hoffnungsvoll und in freudiger Erwartung<\/p>\n\n\n\n<p>M<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Traum: Hotel Abgrund<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich sitze im Speiseraum und warte. Dass sie eingetreten ist, habe ich gar nicht bemerkt, aber nun kommt sie auf mich zu. Auf ihrem Gesicht eine handtellergro\u00dfe schwarze haarige Spinne, die sich bewegt. \u201eDu hier?\u201d, h\u00f6re ich. Und ich kann gar nicht hinschauen, kann ihr gar nicht ins Gesicht blicken, so ekelhaft, so \u00e4ngstigend ist die Sinne, die es bedeckt. Dann bleibt sie vor mir stehen, hebt ihre Hand. Und mit Daumen und Zeigefinger entfernt sie diese Spinne an einem Bein und l\u00e4\u00dft sie zu Boden fallen. Die Spinne krabbelt weg und ihre Bewegungen klingen so laut, als liefen riesige Kellerasseln auf Fliesen. Es sch\u00fcttelt mich, aber nun ich kann ihr ins Gesicht schauen. Aber ich sehe all meine \u2013 oder sind es ihre? \u2013 \u00c4ngste in ihrem Gesicht, alle eingraviert mit Rasierklingen, mit Fingern\u00e4geln. Unter ihren Augen schwarze Ringe, ihre Lippen spr\u00f6de und rissig. Sie ist abgemagert \u2013 und ich denke: Wer kann schon essen in so einem Speiseraum?<\/p>\n\n\n\n<p>All meine Fragen habe ich vergessen. Ich schaue zur T\u00fcr, ob er noch kommt. Aber sie sch\u00fcttelt den Kopf, um meine unausgesprochene Frage wissend. Das was von ihren Haaren noch \u00fcbrig ist, ist str\u00e4hnig, d\u00fcnn, verfilzt, ungewaschen, fettig. Ich rieche den s\u00e4uerlichen Geruch, der mir von ihr entgegenschl\u00e4gt. Das ist nicht sie, die mir gegen\u00fcbersteht \u2013 das ist nur noch ihr Schatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre rissigen Mundwinkel zucken, lange bevor sich Worte bilden. Ich verstehe nichts von dem, was sich aus dieser rauen \u00d6ffnung windet \u2013 ein Fl\u00fcstern h\u00f6re ich, einen Schwall von Silben. Dann beginne ich zu verstehen, was dieser zuckende Mund mit den rissigen Lippen sagt: \u201eDas ist l\u00e4ngst nicht alles! Wer hier im Hotel Abgrund einkehrt und eine Weile zu bleiben gedenkt, der zieht sich nicht nur nackig aus, sondern bis unter die Haut. Und wahrscheinlich noch weiter. Wahrscheinlich hast du Gl\u00fcck\u201d, h\u00f6re ich, \u201edass du mich \u00fcberhaupt noch mit Haut und Haaren antriffst. Denn wer wei\u00df, ob nicht irgendwann nur noch mein Skelett hier heruml\u00e4uft.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Gebannt starre ich in dieses so vertraute und nun so entstellte Gesicht. Ihre Lippen bewegen sich wieder. Und ich h\u00f6re sie sagen: \u201eWir sind im Hotel Abgrund. Wir sind da, wo sich sonst niemand hintraut. Wo keiner freiwillig hinkommt, wenn er nicht davon ausgeht, alles, alles abzustreifen. Alles! Und \u2013 nur noch als Gerippe \u2013 vielleicht beginnen darf, sich neu anzukleiden.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Noch immer stehen wir uns gegen\u00fcber. Sie und ich. Ich m\u00f6chte wegschauen, kann aber nicht. Ich m\u00f6chte wegh\u00f6ren, kann aber nicht. Ich m\u00f6chte mir die Ohren zuhalten, aber meine Arme h\u00e4ngen schlaff von den Schultern, sodass ich die H\u00e4nde kann ich nicht heben kann. Und sie spricht, spricht weiter: \u201eWei\u00dft du, er und ich waren letztens dabei, uns gegenseitig zu ritzen. Unter die Haut, ins Fleisch.\u201d Und pl\u00f6tzlich kann ich durch ihre Haut, durch ihr Fleisch blicken, bis auf die Knochen. Und da sind sie: Hieroglyphen, eingeritzt in ihre Knochen: Rot in Wei\u00df. Und in das Dr\u00f6hnen in meinen Ohren hinein spricht sie: \u201eDas willst du gar nicht wissen. Und eigentlich m\u00f6chte ich dich verschonen.\u201d Zum ersten Mal, seid sie vor mir steht, sehe ich in ihren Augen etwas von ihr, das nicht Schatten ist. Sie. Und sie fl\u00fcstert: \u201eAber ich muss dir auch zeigen, wie gef\u00e4hrlich es war, herzukommen. Nur um zu gucken. Denn wer herkommt, der guckt nicht. Wer herkommt\u201d, und nun \u00fcberschl\u00e4gt sich ihre Stimme, \u201eder ritzt und spritzt und schreit und kotzt und heult und frisst und stirbt und steht wieder auf und schaut sich im Spiegel an und erkennt sich nicht.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Sie streckt eine graue Hand aus, fasst mich am Arm, zieht mich mit sich, hinaus aus dem Speiseraum. Durch den Korridor, vorbei an den geschlossenen Zimmert\u00fcren, hinein in die Eingangshalle. Der Portier vor der Dreht\u00fcr steht Wache und vertritt uns den Weg. Die T\u00fcr dreht sich in rasender Geschwindigkeit, ihre gl\u00e4sernen Fl\u00fcgen flirren vor meinen Augen. Sie nickt mir zu und sagt: \u201eDie T\u00fcr geht nur in eine Richtung, denn das Hotel Abgrund kann man erst verlassen, wenn man sich komplett aufgel\u00f6st hat. Man entschl\u00fcpft dann durchs Mauerwerk, ein bisschen wie ein Atemzug. Aber du sollst heil hier wieder raus. Du bist gar nicht bereit f\u00fcrs Hotel Abgrund, du bist ausgestiegen, du hast den Koffer abgegeben, du bist zur\u00fcckgefahren. Zurecht, es ist schlimm hier.\u201d Dann tritt sie auf den alten Mann zu und h\u00e4lt ihm eine Spielkarte hin. Es ist der Joker. Der Portier blickt mit steinernem Blick auf die Karte und fragt: \u201eWirklich?\u201d Und in diesem Moment wei\u00df ich, sie hat nur diese eine Karte, diesen einen Joker. Und den will sie jetzt einsetzen, f\u00fcr mich. Damit ich entkommen kann, in meinem Bett aufwache und vielleicht alles vergessen kann. Die Dreht\u00fcr steht still und ein harter Sto\u00df bef\u00f6rdert mich hinaus. Noch im Flug h\u00f6re ich ihre Stimme: \u201eDu bist nicht bereit f\u00fcr das Hotel Abgrund. Du bist mit dem, was zu Dir geh\u00f6rt, fremd hier.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Deutungen. Interpretationen. Assoziationen. Durcharbeitungen. Spuren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/traumbeute.de\/traumstation-hotel-abgrund\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutung der Traumstation<\/a> vom 29.04.2020<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.psychoanalyse-zuerich.ch\/missinglink\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Podcast der Traumstation<\/a> (Traum 31) mit gelesenem Traum und Deutungsgespr\u00e4ch<\/p>\n\n\n\n<p>Vorausgegangener Traum <a href=\"http:\/\/traumbeute.de\/gelb-und-gruen\">\u00abGelb und Gr\u00fcn\u00bb<\/a>, an den der Traum \u00abHotel Abgrund\u00bb ankn\u00fcpft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lamentablemente, a\u00fan no se dispone de traducci\u00f3n. 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